Von 3. bis 15. September 2022 war Günter mit uns auf der griechischen Insel Naxos

Es ist für uns schon Tradition, dass wir den Sommer in Griechenland verlängern, bevor zu Hause der lange Winter kommt. Naxos stand dafür schon lange auf unserer Wunschliste. Im Gegensatz zu den anderen Kykladeninseln ist Naxos im Landesinneren sehr grün und es gibt einiges anzuschauen.

Anreise über Mykonos

Da wir auf Santorini sowohl den Flug- als auch den Fährhafen als organisatorische Katastrophe erlebt hatten, dachten wir, es wäre besser, über Mykonos anzureisen. Flug- und Fährstrecke sind auch deutlich kürzer.

Der Hafen von Mykonos schaut zwar optisch ganz nett aus, ist aber abgelegen und sehr unpraktisch gestaltet. Es gibt nur zwei Tavernen gegenüber der Marina. Verbringt man dort die Wartezeit, muss man anschließend zu Fuß um die ganze Marina (im wahrsten Sinne) herum koffern – und das auf römischem Pflaster über extrem hohe Randsteine! Es war ein Wunder, dass wir nicht mindestens ein Rad von unseren Koffern auf diesem unzumutbaren Weg verloren haben. Der Terminal selbst war auch nicht besser organisiert als in Santorini, es gab viel zu wenig Sitzgelegenheiten und zu wenig Schatten – eine Tortour bei der Hitze. Da die Fähren obendrein nie pünktlich sind, würden wir in Zukunft nur noch über Athen per Inlandsflug anreisen.

Willkommen auf Naxos

Unsere (sehr empfehlenswerte!) Unterkunft Mitos Suites befand sich nur 10 Autominuten von der Stadt entfernt in Agios Prokopios, einer langen Bucht mit schönem Sandstrand. Hier findet man zahlreiche Tavernen, Bäckereien, Bars, Geschäfte, Autoverleih, Geldautomaten, Apotheke usw.
Es verkehrt ein Bus zwischen Stadt und den Stränden entlang der westlichen Küste – leider sehr unpünktlich und unzuverlässig.

Daher liehen wir uns zweimal ein Auto bei Motopower, um die Insel zu erkunden (sehr gut organisiert und faire Preise).

Einen Besuch wert sind die kleinen Städchen im Landesinneren wie Chalki, Filoti und Apeiranthos. Chalki ist die frühere Hauptstadt von Naxos, Filoti ein Bergdorf mit Freilichtmuseum und Apeiranthos die Heimat des Naxos Marmor. Das ehemalige Fischer- und Bergbaudorf Moutsouna ist über eine schmale kurvenreiche Bergstraße zu erreichen (nichts für schwache Nerven).

Die Chora liegrt auf einem Hügel und bezaubert mit ihren engen verwinkelten Gässchen und vielen Treppen. Oben trohnt das ehemalige Kastell, von wo man einen herrlichen Ausblick hat. Das Wahrzeichen, die Portara, liegt auf einer anschließenden Halbinsel. Dieses Tor ist der letzte verbliebene Rest des Apollotempels – ein Besuchermagnet bei Sonnenuntergang (den wir bewusst gemieden haben).

Die Strände im Südwesten sind naturbelassen und werden gerne von (Kite)surfern besucht. Die nie fertiggestellte Hotelruine bei Alyko ist sehenswert und bietet viele Fotomotive, nicht nur für Freunde von Lost Places, sondern auch wegen der beeindruckenden Graffitikunst. Eine Anlage, die keine Baugenehmigung erhielt, weil man die Natur schützen wollte, wird nun erst recht von Touristen besucht. Irgendwie verrückt.

Ein Segeltörn stand natürlich auch auf unserer ToDo-Liste. mit Captain Panos segelten wir zur Südküste und den Nachbarinseln Iraklia, Ofeidoussa und Schinoussa. Es war herrlich, ganz allein zu ankern, wo wir Lust hatten und während der ganzen Fahrt bestens mit Getränken, Speisen und Musik versorgt zu werden.

Unser Fazit

Naxos hat uns sehr gut gefallen! Wer nicht nur baden möchte, findet hier auch jede Menge zu entdecken, sei es Kultur oder Natur.

Tipps

Sehr empfehlen  können wir folgende Lokale in Agios Prokopios: Del Mar Cafe, Deoudas, Virtu Bar; in Agia Anna den Santana Beach Club, sowie das Panoramarestaurant Rotonda bei Apeiranthos.

Der Bus verkehrt wie schon erwähnt sehr unzuverlässig, und Taxis sind bei den Standplätzen kaum zu bekommen. Daher empfiehlt es sich, telefonisch ein Taxi zu bestellen. Preis für die Fahrt Agios Prokopios – Stadt: 25 €.

Einen ausführlichen Reisebericht findest du in meinem Reisetagebuch.